Integration unter erschwerten Bedingungen

Karin Küsel im Gespräch mit SPD Integrationsbeauftragten Mayen-Koblenz Zeynep Begen

Foto: privat

Das Foto zeigt Karin Küsel (rechts) und Zeynep Begen (links).

Mayen-Koblenz. Karin Küsel sprach mit Zeynep Begen, der SPD Integrationsbeauftragten Mayen-Koblenz, über die Auswirkungen der Coronakrise bei ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Sie schilderte die Anfeindungen und pauschalen Verdächtigungen denen die Menschen vielfach ausgesetzt und sehr verletzend seien. Die Vorsitzende des Beirates Migration und Integration des Kreises Mayen-Koblenz sprach von coronabedingter Ausländerfeindlichkeit. Wie bei allen anderen Bürgerinnen und Bürgern hätte es zu Beginn Verstöße gegeben, sie habe aber den Eindruck, dass alle die notwendigen Vorgaben zur Eindämmung der Pandemie nachvollziehen könnten und sich sehr vernünftig an die Regeln hielten. Im Prinzip hätten alle Menschen die gleichen Probleme mit den Kontaktbeschränkungen. Karin Küsel, SPD-Landtagskandidatin für den Wahlkreis 10 sprach das Problem der Behördengänge an. Viele Formulare seien kompliziert und auch für viele deutsche Muttersprachler kaum zu durchdringen. Dies bestätigte Zeynep Begen und erläuterte, dass auch die Behördengänge die online durchgeführt würden, durch Sprachprobleme kaum zu bewältigen wären. Gerade für Flüchtlinge sei eine telefonische Auskunft aufgrund der Sprachbarriere und der Angst nicht verstanden zu werden, ein Problem.

Ein weiteres Thema, das Karin Küsel ansprach, war die Situation der schulischen Bildung. „Ich hatte vor einiger Zeit die türkische Lernschule in Bendorf besucht. Es war beeindruckend, wie engagiert dort den Schülerinnen und Schülern bei den Hausaufgaben geholfen wird. Das Angebot aufrecht zu halten, ist nun viel schwieriger“, bemerkte Karin Küsel. Zeynep Begen hatte aus dem gesamten Landkreis die Rückmeldung erhalten, dass es durch großes Engagement von Lehrerinnen und Lehrern gelinge, gerade diejenigen Kinder mitzunehmen, die sprachliche Schwierigkeiten hätten. Auch der türkische Frauenbund unter der Leitung von Nuriye Varli bietet nun wieder Aktivitäten, allerdings online, an. Die Kommunikation online ist auch hier zur Normalität geworden. „Dennoch freuen wir uns alle wieder, direkt miteinander reden, lachen und feiern zu können!“, ist sich Karin Küsel sicher.